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Wünsch‘ dir was, Blogger! – Die Antwort

wdwb 2014 LogoBei dieser Bloggeraktion habe nicht nur ich einen Wunsch erfüllt, sondern auch selbst einen formuliert. Diesen habe ich auch vom Malspöler erfüllt bekommen … nun, zumindest hat er’s versucht. 😉

Aber eins nach dem anderen, wo bleibt denn meine Höflichkeit? Zuerst einmal vielen lieben Dank für die Bearbeitung meines Wunsches. Die Wahrscheinlichkeit, bei der Aktion etwas zugelost zu bekommen, womit man sich vorher zumindest geistig schonmal mehr als fünf Minuten beschäftigt hat, ist ziemlich gering, wie ich an meinem eigenen „Auftrag“ gemerkt habe. Somit muss man in seinen Überlegungen, was man dazu denn jetzt bitte zu (virtuellem) Papier bringen soll, ziemlich sicher bei Null anfangen – und dies ist entsprechend aufwändig. Demgegenüber hat der Wünschende aus der Natur der Sache heraus ein gewisses Interesse an seinem eigenen Wunsch und hat sich dazu bestimmt auch schon einmal den ein oder anderen Gedanken gemacht. So zumindest war es bei mir, wie ich an dieser Stelle zugeben muss. Ich habe mir von der Wunscherfüllung einfach einen frischen Blick und neue, unverbrauchte Ideen erhofft. Und wenn auch nicht alle seine vorgestellten Gadgets meinem Wunsch exakt entsprechen, so wurde diese Hoffnung dann doch erfüllt.

Doch was ist eigentlich das Problem? Nun, mein Wunsch lautete folgendermaßen: „Ich wünsche mir nichtmagische (!) Gadgets, also technische Gerätschaften, für eine Fantasywelt in einer Epoche ähnlich der Renaissance oder des Barock.“ (Hervorhebungen durch mich.) Das Stichwort des Malspölers scheint aber Steampunk zu sein, er präsentiert „das neueste der Röntgentechnik! Optik, Mechanik, Chemie, während ich stilistisch eher auf Zahnradtechnik und Alchymie hinaus wollte. Historisch gesprochen endet der Barock spätestens Ende des 18. Jahrhunderts, während Steampunk im viktorianischen Zeitalter, also hauptsächlich in der zweiten Hälfte des 19. Jhd. angesiedelt ist, was sich jetzt vermutlich etwas kleinlich liest, aber vom „Settinggefühl“ und auch dem technologischen Entwicklungsstand her doch einen erheblichen Unterschied ausmacht.

Curioses Instrumentarium

Damit das hier aber nicht nur in eine einzige Meckertirade ausartet (nochmal: das ändert nichts an meiner grundsätzlichen Dankbarkeit für Malspölers Artikel), möchte ich eine kleine Sammlung von Apparaten aus diversen Quellen zusammentragen, die etwa so sind, wie ich es eigentlich meinte. Und ja, einige Vorschläge vom Malspöler passen hier doch auch hinzu, sodass ich sie selbstverständlich hierher übernehme.

Flugmaschine von Leonardo da Vinci (© Luc Viatour)

irgendwie auch solche Gadgets: die Erfindungen des Leonardo da Vinci (Bild von Luc Viatour)

Das erste Beispiel, das ich auch als Inspiration genannt hatte, ist die Brillenkonstruktion mit vermutlich austauschbaren optischen Aufsätzen von Ichabod Crane aus dem Film Sleepy Hollow. Er besitzt außerdem ein ausfahrbares Gestell in seiner Werkzeugtasche sowie ein seltsames Instrument, das wie das Kind der Liebe von einer Schere mit einem Skalpell aussieht, dessen Sinn sich mir jedoch nicht vollständig erschließt. Man findet hierzu auch detailliertere Einzelbilder im Netz, einen ganz guten Überblick verschafft aber auch die Ausstattung der Sammlerfigur von Ichabod Crane.

Ein ähnliches Wunderwerk ist die Phantomklinge aus Assassins Creed: Unity, ein verborgenes Halfter, das über eine mechanische Vorrichtung sowohl eine Klinge als auch eine kleine Armbrust bereitstellen kann. Und wer jetzt reflexartig „unrealistisch!“ schreit, der werfe einen Blick auf dieses Video, wo das Teil in echt nachgebaut (und auch einem Praxistest unterzogen) wird, womit es sogar für alte Plausibilitätsfanatiker wie mich zumindest glaubwürdig ist.

Rollenspielmaterial bietet natürlich auch ab und an solche Erfindungen, für die man wahrscheinlich keine irdisch real existente Entsprechung finden wird. So zum Beispiel der DSA-Dungeonband Katakomben und Kavernen, der auf Seite 123 „Schuhe mit einem kleinen Polster voll Mehl unter der Sohle, die so bei jedem Schritt eine kleine Mehlwolke ausstoßen – deren Bewegung durch Windzug auf Löcher hinweist“ als Überlebenswerkzeug für Helden vorstellt. Ich bin sicher, andere Systeme kennen ähnliche Spielereien, womöglich z.B. im Ausrüstungskompendium von Pathfinder, den ich aber nicht kenne. Ich bin schon sehr gespannt, ob das „hochmittelalterliche“ Splittermond in Mondstahlklingen so etwas kennen wird.

Für mich hilfreich und passend sind von den Gegenständen, die der Malspöler entworfen hat, somit am ehesten die Würgedecke, die mit den Fischgräten auch noch ein interessantes Material nutzt, sowie die Laternenbrille, die man topmodisch zu den eben erwähnten Mehlschuhen im Dungeon tragen kann; eigentlich auch noch die Froschzunge und der Greifbart, wobei ich mir hier die Nutzbarkeit nicht so recht vorstellen kann und es mir auch ein wenig zu slapstickhaft erscheint. Der zentrifugierte Blauwaltran ist schon eher ein Alchimikum als ein Gadget, gefällt mir aber trotzdem. Richtig genial finde ich übrigens die Orbitalkanone – in der Welt von Space: 1889 oder ähnlichen Settings.

Habt ihr vielleicht geniale Ideen für solcherlei mechanische Gerätschaften? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!


Aus diesen ersten Überlegungen ist der längere Beitrag über Kuriose mechanische Apparate entstanden, den ich Interessierten wärmstens ans Herz legen möchte.


 


Wünsch dir was, Blogger! – Die Erfüllung

wdwb 2014 LogoWie vor einiger Zeit schon angekündigt, bekam ich im Rahmen der Adventsaktion Wünsch‘ dir was, Blogger! den Wunsch von d6ideas zugeteilt:

„Was ist die freudlose Allianz?“

Nach langen Recherchen und investigativem Journalismus à la bonne heure konnte ich endlich etwas aufdecken. Da ich mich in Aventurien besonders unauffällig bewegen konnte, gelang es mir jedoch nur dort, etwas unter diesem Namen zu finden. In anderen Universen mag es jedoch ganz ähnliche Vorkommnisse unter gleichem Namen geben.


Die Freudlose Allianz

Jezeraja, Geweihte der Rahja [Göttin der Liebe]

Die ehemalige Kurtisane wird durch eine verhängnisvolle Begegnung von ihrer traumatischen Vergangenheit eingeholt und stürzt dadurch in eine Sinnkrise: Göttinnendienst, der Spaß macht, könne ihrer Meinung nach kein wirkliches Opfer sein. So kommt sie mehr und mehr zur Überzeugung, dass nur uneigennützige Liebesdienste, bei denen man selbst keine Lust empfindet, sondern sie bloß dem Gläubigen bereitet, eine angemessene Opfergabe im eigentlichen Sinne sein könne. Von dem Tempel, der sie einst schützend aufnahm, entfernt sie sich innerlich immer mehr, schart jedoch mit ihren Predigten einige Anhängerinnen und Anhänger um sich. Die „freudlose Rahjani“ macht auch über die Stadtgrenzen hinweg von sich Reden, bösere Zungen nennen sie auch die „verbitterte Rahjani“.

Azardo, Geweihter der Tsa [Göttin der (Wieder-)Geburt]

Ihn plagen jüngst ganz ähnliche Zweifel: Die Kirche der jungen Göttin ist nicht gerade für ihre Nachhaltigkeit bekannt. Neue Projekte werden gerne begonnen, aber selten zu Ende geführt, alte Aufzeichnungen mit neuen Bildern übermalt, ja es gibt sogar eine Bewegung, die gezielt antike Kunstwerke vernichtet, um in der Welt Platz für neue zu schaffen.

Für Azardo bedeutet dies jedoch, dass nichts auf vorhergehenden Erkenntnissen aufbauen kann und damit längerfristig betrachtet Stillstand der Entwicklung – und ist dies nicht genau das Gegenteil von dem, wofür Tsa stehen sollte? Er schwört somit dem ziellosen, bloß spontanen Launen nachgebenden Treiben ab und nimmt ein altes Steckenpferd wieder auf: das Studium der Mechanik.

Als er von Jezeraja hört, ist er sogleich fasziniert von ihrer göttlichen Hingabe und Durchsetzungskraft, die ebenso wie er neue Wege entgegen dem kirchlichen Dogma zu beschreiten wagt.

Freudlose Allianz

Er sucht sie auf und die beiden tun sich zusammen, einige Zeit später kommt es gar zum Rahjabund, die Hochzeit wird jedoch ohne große Feierlichkeit vollzogen. Dies stößt in der Bevölkerung auf großes Unverständnis, wenn man bedenkt, dass hier eine Rahjageweihte und ein Tsageweihter zusammenkommen. Daher wird diese Verbindung zunächst scherzhaft von Possenreißern als „Freudlose Allianz“ betitelt. Als kurz darauf auch Tsa sich nicht lumpen lässt und Jezeraja ihr ganz besonderes Geschenk zuteilwerden lässt, werden beide etwas ruhiger – Kindern sollte Ausgelassenheit gegönnt sein. Die Geburt wird sogar gefeiert, doch im Trubel und Weinrausch bemerkt niemand, wie das Neugeborene von Kobolden aus der Wiege entführt und durch einen Wechselbalg ausgetauscht wird.

Der soeben erst neu entfachte Funke der Freude erlischt daraufhin in beiden Elternteilen, die fortan von Bitterkeit ergriffen sind. Einmal mehr führen für sie Spaß und Ausgelassenheit nur zu Unachtsamkeit und Leid. Der Zorn des Paares und seiner Anhänger entlädt sich auf den bei den Feierlichkeiten anwesenden Schelm Machdich vom Acker, der am nächsten Tag totgeprügelt aufgefunden wird. Fortan geht eine Welle des Hasses auf alle Schelme und Kobolde von dieser nun bloß noch hinter vorgehaltener Hand so genannten Freudlosen Allianz aus, die in ihrer Rage auch nicht immer vor ganz gewöhnlichen Gauklern, Possenreißern und Spielleuten halt macht. Es heißt, dass auch einzelne Adlige und Kaufleute die Bewegung heimlich unterstützen, wahrscheinlich weil sie selbst bereits einmal Ziel von Schelmenstreichen geworden sind. Aber auch aufgebrachter Mob, der sowieso schon lange einmal mit Fackeln und Mistgabeln gegen das fahrende Volk vorgehen wollte, nutzt die Gunst der Stunde und schließt sich der Anhängerschaft des Geweihtenpaares an.


Auf vorgefertigte Plotvorschläge habe ich hierbei einmal verzichtet und ziele darauf ab, dass der Text aus sich selbst heraus einige Ideen liefert, wie die Freudlose Allianz ins Spiel eingebracht werden könnte. Ob die Abenteurer jetzt bei der schicksalhaften Hochzeitsfeier selbst dabei sind, man einen oder beide der vorgestellten Persönlichkeiten und deren Werdegang mit der Geschichte der Spielercharaktere verknüpft oder die Helden am Ende klassisch von einer Gauklertruppe beauftragt werden, in aufgeheizter Szenerie eine Mordserie an Schelmen, Scharlatanen und Akrobaten aufzudecken und die Stimmung zu beruhigen, bleibt dem Geschmack der der Gruppe überlassen.

Ich hoffe, hiermit d6ideas eine Freude gemacht zu haben.


Wünsch dir was, Blogger! – Die Aufgabe

wdwb 2014 LogoZum ersten Mal nehme ich dieses Jahr an der Aktion Wünsch dir was, Blogger! teil, die von Greifenklaue, Würfelheld und Malspöler ausgerichtet wird. Es geht darum, auf etwa zwei Seiten (als Richtwert – mehr ist erlaubt) das Wunschthema eines anderen teilnehmenden Blogs zu erfüllen, wobei das Los entscheidet, welchen Wunsch man erhält. Die Wunschverteilung kann man in einem Podcast nachhören.

Ich wünschte mir unmagischen technischen Schnickschnack für Renaissance- und Barocksettings (also in etwa sowas). Erwischt hat es hier Mitorganisator Malspöler – viel Spaß dabei! 🙂

Ich selbst habe einen Wunsch von d6ideas abbekommen: Er fragt ganz unschuldig, was denn Die Freudlose Allianz sei. Mein erster Gedanke dazu war zwar eine cthulhoide Psychologen-Burschenschaft, die den guten Sigmund nicht mag, aber der Witz kommt zu flach, als dass er sich auf zwei Seiten auswalzen ließe.

Ergo: Schau’mer mal.