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Kuriose mechanische Apparate

MechanismusAbenteurer lieben Ausrüstung. Und neben dem persönlichen Schwert sind es meist diejenigen Gegenstände mit kleinen Besonderheiten, mit einem raffinierten Clou, die das Heldenherz höher schlagen lassen.

In einer phantastischen Welt, die sich – wenn nicht in ihrer Gesamtheit, so aber doch zumindest regional – technisch auf dem Stand etwa der irdischen Renaissance, vielleicht sogar bereits mit Anklängen aus dem Barock verorten lässt, gibt es zahlreiche Möglichkeiten für interessante Apparaturen, die Spieler wie ihre Helden faszinieren könnten.

Vor einiger Zeit hatte ich das Thema auch schon bei der Aktion Wunsch ist Wunsch bzw. Wünsch dir was, Blogger! angestoßen und anhand einiger Beispiele erläutert, was ich eigentlich damit meinte.

In diesem, über ein Jahr später erscheinenden Artikel möchte ich nun eine kleine Sammlung von solch nützlichen, doch technisch zumindest für ihre verortete Epoche recht komplexen, manchmal gar etwas skurrilen Mechaniken präsentieren, in der Hoffnung, euer Gearporn-Zentrum damit genau zu treffen. Manche davon sind real existierende Apparaturen, andere aus Filmen, Computerspielen oder diversen Rollenspiel-Publikationen entlehnt, wieder andere entspringen meiner eigenen wirren Fantasie. Wo sich dies angeboten hat, wurde bei manchen zusätzlich noch eine verzauberte Variante angegeben. Dabei beziehe ich mich zuvorderst auf die Welt von Das Schwarze Auge, Aventurien, inklusive deren magische Möglichkeiten und auch Spielregeln. Die Gegenstände an sich sind aber natürlich auch in anderen Welten und Systemen einsetzbar, die von der irdisch entsprechenden Epoche her ähnlich verortet sind.

Aber genug der Vorrede: Los geht’s!

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Wünsch‘ dir was, Blogger! – Die Antwort

wdwb 2014 LogoBei dieser Bloggeraktion habe nicht nur ich einen Wunsch erfüllt, sondern auch selbst einen formuliert. Diesen habe ich auch vom Malspöler erfüllt bekommen … nun, zumindest hat er’s versucht. 😉

Aber eins nach dem anderen, wo bleibt denn meine Höflichkeit? Zuerst einmal vielen lieben Dank für die Bearbeitung meines Wunsches. Die Wahrscheinlichkeit, bei der Aktion etwas zugelost zu bekommen, womit man sich vorher zumindest geistig schonmal mehr als fünf Minuten beschäftigt hat, ist ziemlich gering, wie ich an meinem eigenen „Auftrag“ gemerkt habe. Somit muss man in seinen Überlegungen, was man dazu denn jetzt bitte zu (virtuellem) Papier bringen soll, ziemlich sicher bei Null anfangen – und dies ist entsprechend aufwändig. Demgegenüber hat der Wünschende aus der Natur der Sache heraus ein gewisses Interesse an seinem eigenen Wunsch und hat sich dazu bestimmt auch schon einmal den ein oder anderen Gedanken gemacht. So zumindest war es bei mir, wie ich an dieser Stelle zugeben muss. Ich habe mir von der Wunscherfüllung einfach einen frischen Blick und neue, unverbrauchte Ideen erhofft. Und wenn auch nicht alle seine vorgestellten Gadgets meinem Wunsch exakt entsprechen, so wurde diese Hoffnung dann doch erfüllt.

Doch was ist eigentlich das Problem? Nun, mein Wunsch lautete folgendermaßen: „Ich wünsche mir nichtmagische (!) Gadgets, also technische Gerätschaften, für eine Fantasywelt in einer Epoche ähnlich der Renaissance oder des Barock.“ (Hervorhebungen durch mich.) Das Stichwort des Malspölers scheint aber Steampunk zu sein, er präsentiert „das neueste der Röntgentechnik! Optik, Mechanik, Chemie, während ich stilistisch eher auf Zahnradtechnik und Alchymie hinaus wollte. Historisch gesprochen endet der Barock spätestens Ende des 18. Jahrhunderts, während Steampunk im viktorianischen Zeitalter, also hauptsächlich in der zweiten Hälfte des 19. Jhd. angesiedelt ist, was sich jetzt vermutlich etwas kleinlich liest, aber vom „Settinggefühl“ und auch dem technologischen Entwicklungsstand her doch einen erheblichen Unterschied ausmacht.

Curioses Instrumentarium

Damit das hier aber nicht nur in eine einzige Meckertirade ausartet (nochmal: das ändert nichts an meiner grundsätzlichen Dankbarkeit für Malspölers Artikel), möchte ich eine kleine Sammlung von Apparaten aus diversen Quellen zusammentragen, die etwa so sind, wie ich es eigentlich meinte. Und ja, einige Vorschläge vom Malspöler passen hier doch auch hinzu, sodass ich sie selbstverständlich hierher übernehme.

Flugmaschine von Leonardo da Vinci (© Luc Viatour)

irgendwie auch solche Gadgets: die Erfindungen des Leonardo da Vinci (Bild von Luc Viatour)

Das erste Beispiel, das ich auch als Inspiration genannt hatte, ist die Brillenkonstruktion mit vermutlich austauschbaren optischen Aufsätzen von Ichabod Crane aus dem Film Sleepy Hollow. Er besitzt außerdem ein ausfahrbares Gestell in seiner Werkzeugtasche sowie ein seltsames Instrument, das wie das Kind der Liebe von einer Schere mit einem Skalpell aussieht, dessen Sinn sich mir jedoch nicht vollständig erschließt. Man findet hierzu auch detailliertere Einzelbilder im Netz, einen ganz guten Überblick verschafft aber auch die Ausstattung der Sammlerfigur von Ichabod Crane.

Ein ähnliches Wunderwerk ist die Phantomklinge aus Assassins Creed: Unity, ein verborgenes Halfter, das über eine mechanische Vorrichtung sowohl eine Klinge als auch eine kleine Armbrust bereitstellen kann. Und wer jetzt reflexartig „unrealistisch!“ schreit, der werfe einen Blick auf dieses Video, wo das Teil in echt nachgebaut (und auch einem Praxistest unterzogen) wird, womit es sogar für alte Plausibilitätsfanatiker wie mich zumindest glaubwürdig ist.

Rollenspielmaterial bietet natürlich auch ab und an solche Erfindungen, für die man wahrscheinlich keine irdisch real existente Entsprechung finden wird. So zum Beispiel der DSA-Dungeonband Katakomben und Kavernen, der auf Seite 123 „Schuhe mit einem kleinen Polster voll Mehl unter der Sohle, die so bei jedem Schritt eine kleine Mehlwolke ausstoßen – deren Bewegung durch Windzug auf Löcher hinweist“ als Überlebenswerkzeug für Helden vorstellt. Ich bin sicher, andere Systeme kennen ähnliche Spielereien, womöglich z.B. im Ausrüstungskompendium von Pathfinder, den ich aber nicht kenne. Ich bin schon sehr gespannt, ob das „hochmittelalterliche“ Splittermond in Mondstahlklingen so etwas kennen wird.

Für mich hilfreich und passend sind von den Gegenständen, die der Malspöler entworfen hat, somit am ehesten die Würgedecke, die mit den Fischgräten auch noch ein interessantes Material nutzt, sowie die Laternenbrille, die man topmodisch zu den eben erwähnten Mehlschuhen im Dungeon tragen kann; eigentlich auch noch die Froschzunge und der Greifbart, wobei ich mir hier die Nutzbarkeit nicht so recht vorstellen kann und es mir auch ein wenig zu slapstickhaft erscheint. Der zentrifugierte Blauwaltran ist schon eher ein Alchimikum als ein Gadget, gefällt mir aber trotzdem. Richtig genial finde ich übrigens die Orbitalkanone – in der Welt von Space: 1889 oder ähnlichen Settings.

Habt ihr vielleicht geniale Ideen für solcherlei mechanische Gerätschaften? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!


Aus diesen ersten Überlegungen ist der längere Beitrag über Kuriose mechanische Apparate entstanden, den ich Interessierten wärmstens ans Herz legen möchte.


 


Wünsch dir was, Blogger! – Die Aufgabe

wdwb 2014 LogoZum ersten Mal nehme ich dieses Jahr an der Aktion Wünsch dir was, Blogger! teil, die von Greifenklaue, Würfelheld und Malspöler ausgerichtet wird. Es geht darum, auf etwa zwei Seiten (als Richtwert – mehr ist erlaubt) das Wunschthema eines anderen teilnehmenden Blogs zu erfüllen, wobei das Los entscheidet, welchen Wunsch man erhält. Die Wunschverteilung kann man in einem Podcast nachhören.

Ich wünschte mir unmagischen technischen Schnickschnack für Renaissance- und Barocksettings (also in etwa sowas). Erwischt hat es hier Mitorganisator Malspöler – viel Spaß dabei! 🙂

Ich selbst habe einen Wunsch von d6ideas abbekommen: Er fragt ganz unschuldig, was denn Die Freudlose Allianz sei. Mein erster Gedanke dazu war zwar eine cthulhoide Psychologen-Burschenschaft, die den guten Sigmund nicht mag, aber der Witz kommt zu flach, als dass er sich auf zwei Seiten auswalzen ließe.

Ergo: Schau’mer mal.