Planeswalker-Deck: Teferi der Zeitformer #MTGDOM

Teferi Planeswalker Deck (by Zack Stella)Im originalen Planeswalker-Deck ist die +2-Fähigkeit von Teferi ein Gimmick, mit dem man nicht besonders viel Unsinn anstellen kann. Das ist nun anders: Nicht bloß der Vergoldete Lotus (der vom Chandra-Deck hierher gewandert und viel besser aufgehoben ist), auch Kraftsteinscherben sorgen dafür, dass man, auch wenn man in seinem Zug schon etwas gespielt hat, die neu hinzugekommenen Counterspells trotzdem noch im gegnerischen Zug einsetzen kann. Das Thema der historischen Sprüche wurde allgemein verstärkt und fügt sich synergistisch in das Kontrollelement des Decks ein. Falls der Gegner die nervigen, kleinen, fliegenden Angreifer irgendwie abwehren kann, übernimmt irgendwann Traxos das Feld. In diesem Teferi Planeswalker-Deck sollte es eigentlich niemals Probleme geben, ihn zu enttappen.

 

Planeswalker (1)

1x Teferi der Zeitformer (M)

Kreaturen (14)

1x Assistent des Handwerkers (C)

2x Meervolk-Gaunerin (U)

2x Stromdiener (C)

1x Fallenstellerin aus D’Avenant (C)

2x Niambi, sorgsame Heilerin (R)

2x Raff Capashen, Schiffsmagier (U)

2x Jhoiras treuer Gefährte (U)

1x Traxos, Plage von Kroog (R)

1x Teferis Wachposten (U)

Verzauberungen (3)

2x Gerrards Triumph (U)

1x Zeitalter des Eises (U)

Artefakte (7)

4x Kraftsteinscherbe (C)

2x Eiskalter Manipulator (U)

1x Vergoldeter Lotus (R)

Hexereien & Spontanzauber (11)

2x Optionen (C)

3x Gideons Tadel (C)

1x Göttliche Anrufung (C)

1x Replik des Zauberers (U)

2x Zurückspulen (C)

2x Unterbinden (C)

Länder (24)

9x Ebene (C)

9x Insel (C)

4x Mäanderstrom (C)

1x Gedenkstätte der Genialität (U)

1x Gedenkstätte des Ruhms (U)

 

Die vollständige Deckliste gibt es ebenfalls auf Deckstats.

Planeswalker-Deck: Chandra, kühne Pyromagierin #MTGDOM

Chandra Planeswalker Deck (by Zack Stella)Hach, Dominaria! All the feels … nostalgia is strong with this one.

Aber wir sind nicht hier, um in Erinnerungen zu schwelgen an die Zeit vor meiner Großen Magic-Pause™, sondern vielmehr, um wie gewohnt mit der neuen Edition ein paar schöne Planeswalker-Decks zu bauen. Doch wo wir bisher den regulär in den Editionen enthaltenen Planeswalkern ebenfalls ein komplettes Deck auf den Leib geschneidert haben, machen wir dieses Mal alles ein bisschen anders: Wir nehmen die vorhandenen Planeswalker-Decks und bauen sie in einer Weise um, dass sie die Fähigkeiten der zugrundeliegenden Planeswalker optimal ausnutzen. Dabei werde ich ein wenig aus den Augen verlieren, wie die beiden Planeswalker-Decks in direkter Konfrontation gegeneinander performen, sondern einfach auf allgemeine Brauchbarkeit im täglichen Küchentisch-Spiel achten.

Ansonsten gelten weiterhin die bekannten Bastel-Regeln für Planeswalker-Decks: 60 Karten, davon 40 Commons, 15 Uncommons, 4 Rares, 1 Mythic-Rare (die Planeswalkerin selbst), alle aus dem aktuellen Set.

 

Planeswalker (1)

1x Chandra, kühne Pyromagierin (M)

Kreaturen (18)

4x Ghitu-Lavaläufer (C)

2x Ghitu-Chronikerin (C)

4x Pyromagischer Pilger (C)

1x Ghitu-Wandermagierin (C)

1x Goblin-Kettenschwingerin (R)

3x Skizzik (U)

2x Kriegsschrei-Phoenix (U)

1x Belagerungstrupp-Kommandant (R)

Artefakte (2)

2x Stab des Hexenmeisters (U)

Hexereien & Spontanzauber (15)

4x Shivanisches Feuer (C)

2x Amok laufen (C)

4x Blitz des Zauberers (U)

2x Mit Feuer bekämpfen (U)

1x Feurige Intervention (C)

2x Chandras Wutausbruch (R)

Länder (24)

22x Gebirge (C)

2x Gedenkstätte des Krieges (U)

 

Die Deckliste findet ihr auch auf Deckstats.

Planeswalker-Deck: Vraska, Relic Seeker #MTGXLN

Vraska Relic Seeker (by Chris Rahn)Auf der maya-inka-aztekisch angehauchten Welt Ixalan präsentieren uns die Küstenzauberer erneut zwei offizielle Planeswalker-Decks – also vorgefertigte, spielbereite Decks um eine jeweils speziell dafür designte Planeswalker-Karte herum, die sich primär an (Wieder-)Einsteiger richten. Dieses Mal haben wir zunächst den altbekannten Jace, Mitglied der „Gatewatch“, diesmal aber mit einem mindblowing Twist. Hinzu gesellt sich eine Ureinwohnerin Ixalans, eine Dinosaurierbändigerin mit Namen Huatli (Gesundheit!). Beide Figuren sind neben der eigenen Version für die Planeswalker-Decks auch noch in einer „normalen“ Variante als Teil des regulären Sets, also der Edition Ixalan, vertreten.

Doch noch eine weitere Planeswalkerin kommt in diesem Set vor und wartet bisher nur darauf, ebenfalls ein paar weitere Karten um sich zu scharen, um dann hübsch aufeinandergestapelt gegen die anderen Weltenbummler anzutreten: Vraska, die Reliktensucherin. Auch sie ist keine komplett Unbekannte, das letzte Mal traf man sie in der Gildenstadt Ravnica.

Vraska Relic Seeker

Bei der Zusammenstellung habe ich mich wie immer nach den existierenden Planeswalker-Decks gerichtet, will heißen: 60 Karten, davon 40 gewöhnliche (common), 15 ungewöhnliche (uncommon), 4 seltene (rare) und 1 extrem seltene (mythic rare) – letztere ist selbstverständlich unsere berühmte Gorgone.

Auch von den Farben her ist dies das Planeswalker-Deck, das noch zu bauen war: Jace ist monoblau, Huatli in den Boros-Farben unterwegs (also weiß-rot – man sehe mir die Gildengeheimsprache nach, aber Vraska wollte das so), sodass unsere schwarz-grüne Golgari-Gorgone den Farbkreis des Mana perfekt ergänzt. Auch die grundsätzliche Idee drängt sich geradezu auf, wenn man die Lücken der anderen beiden Planeswalker füllen möchte und einen Blick auf die Fähigkeiten Vraskas wirft: Piraten! Und – passend dazu – Schätze! Mit einem Jace, der dem Meervolk zugeneigt scheint, und Huatli, die sich um die Dinosaurier kümmert, bliebe ohne diese Bauanleitung der dritte große Stamm Ixalans sträflich vernachlässigt. Doch Vraska nimmt sich ihrer nun doch noch an, also: Alle Mann an Deck! (jep, pun intended)

Die Strategie beim Spiel ist in erster Linie, früh Druck zu machen und gleichzeitig Kartenvorteil zu erhalten. Dazu kann man sowohl den Gegner Handkarten abwerfen lassen, als auch selbst welche nachziehen. Dabei sollte man sich hier niemals scheuen, anzugreifen – die Fähigkeit Raid profitiert davon, viele Kreaturen haben bereits entweder beim Eintritt ins Spiel oder sogar direkt beim Sterben einen Vorteil erwirtschaftet, außerdem können die Kreaturen beschützt und auch später wieder vom Friedhof auf die Hand geholt werden. Darüber hinaus haben viele der Piraten Menace (Bedrohlichkeit), können also nur von zwei oder mehr Kreaturen geblockt werden. Es gibt also keinen Grund, nicht die Säbel zu zücken und todesmutig das gegnerische Deck zu entern. Denn zum Lohn winken Schätze, Treasures, die immer mal wieder abfallen und es erlauben sollten, Vraska eher früher als später an Bord zu holen – entweder, weil man mit ihnen einmalig das dafür nötige Mana generiert, oder, weil man sie mittels Ruthless Knave oder Costly Plunder für’s zusätzlich nötige Kartenziehen opfert, um an Vraska heranzukommen. Und dann werden es entweder noch mehr Piraten oder noch weniger Gegner.

Doch nun genug des Parley – schick‘ deinen Gegner über die Planke! Hier ist endlich die Deckliste: Vraska, Relic Seeker

Planeswalker-Deck: Samut, die Geprüfte #MTGHOU

Samut the Tested (by Aleksi Briclot)Auch im Amonkhet-Block gab es wieder die konzeptionell nun nicht mehr ganz so neuen Planeswalker-Decks für Neu- und Wiedereinsteiger in die Welt von Magic: the Gathering. Ebenfalls für Casual-Spieler (und aufgrund der enthaltenen exklusiven Karten auch für so manchen Sammler) sind die Decks interessant, jedoch sind zwei Decks pro Set, also vier pro Block, ein wenig zu geringe Auswahl.

Dem möchte ich auch dieses Mal wieder Abhilfe schaffen, indem ich den regulär im Set enthaltenen Planeswalkern ein eigenes Deck auf den Leib schneidere. Stunde der Vernichtung enthält außer einer aufgebohrten Version des Gott-Pharaos Nicol Bolas außerdem die – nachdem sie in Amonkhet noch als mächtige legendäre Kreatur erschien – jüngst zum Planeswalker aufgeloderte Samut, die Geprüfte.

Die Regeln zum Bau von Planeswalker-Decks, denen auch diese Zusammenstellung folgt, findet ihr im ersten Beitrag der Reihe. Auf eine Linkliste an dieser Stelle verzichte ich diesmal und leite euch gleich zu Deckstats.net, wo ihr das Deck finden könnt. Wenn ihr die Liste direkt im Blog dennoch vermisst, lasst es mich in den Kommentaren wissen. Gerne auch, wie ihr es findet und ob ihr es sogar nachbaut und damit spielt.

Dovin Baan Planeswalker-Deck Äther-Rebellion Update

magic-kaladesh-dovin-logoAuch das Planeswalker-Deck um Dovin Baan habe ich nun mit Karten aus der Erweiterung Äther-Rebellion versehen. Das Energiemarken-Subthema wurde dadurch etwas zurückgefahren, was aufgrund der recht wenigen Quellen, die Energie wiederholt und verlässlich spenden können, der Konsistenz des Decks gut tun sollte. So wurden zum Beispiel die Janjeet-Wachposten durch einen Fixierungsapparat ersetzt.

Vom Flair her sollte das Deck auch nach der Überarbeitung noch sehr konsulatsbezogen wirken, ist Dovin Baan doch ein Inspektor desselben. Ignoriert man dies, bietet das Deck auch eine gute Grundlage für Karten mit der Fähigkeit Rebellion: Die Präzise Harpunenschützin findet aufgrund der zahlreichen Tap-Effekte vermutlich immer ein Ziel, die Luftbrücken-Aeronauten könnten das Spiel wenden und die Ernste Rekrutin langsam zu einer immer größeren Bedrohung werden. Eine Äthergeoden-Schürferin am Anfang der Manakurve oder ein Ätherflut-Wal an deren Ende könnten regelmäßig Rebellion auslösen – und/oder die Energieversorgung sichern.

Doch nun zurück zu jenen Änderungen am Deck, wie sie dem Konsulat belieben:

  • -2 Ätherkollaps (U)
  • +1 Fixierungsapparat (U)
  • -2 Schuss des Himmelswalfängers (U)
  • +2 In Gewahrsam nehmen (C)
  • -2 Janjeet-Wachposten (U)
  • +3 Abgeschirmter Ätherdieb (U)
  • -2 Patrouille der Neunten Brücke (C)
  • +2 Turmpatrouille (U)

Wie immer findet ihr das vollständige Deck auch auf Deckstats.

Saheeli Rai Planeswalker-Deck Äther-Rebellion Update

magic-kaladesh-saheeli-logoEigentlich wollte ich bei jedem neu erscheinenden Magic-Set ein Planeswalker-Deck für jeden Planeswalker erstellen, der nicht mit einem offiziellen vorkonstruierten Deck bedacht wurde. Mangels frischer Planeswalker in der aktuellen Erweiterung Äther-Rebellion über die sowieso vorhandenen Tezzeret und Ajani hinaus fällt dies leider flach.

Stattdessen werde ich meine bestehenden Decklisten für Saheeli Rai und auch Dovin Baan überarbeiten, sodass diese nun Karten aus dem kompletten Kaladesh-Block enthalten.

Für Saheeli lauten die Änderungen wie folgt:

  • -3 Glitzernest-Kranich (U)
  • -1 Eisenliga-Reittier (U)
  • -1 Experimentierfreudiger Flugkünstler (U)
  • -1 Verhandlungsgeschick (U)
  • -1 Saheelis Kunstfertigkeit (R)
  • -1 Prophetisches Prisma (C)
  • -1 Feuerformer-Rätselknoten (C)
  • +2 Effiziente Konstruktion (U)
  • +2 Nachkonstruieren (U)
  • +1 Einzelgängerischer Thopterist (U)
  • +1 Schrottfischer (R)
  • +1 Zahnradmonteur (U)
  • +2 Utensil der Untersuchung (C)

Das komplette Deck gibt es wie immer auf Deckstats zu sehen.

Custom Planeswalker-Deck in Kaladesh: Dovin Baan

magic-kaladesh-dovin-logoWillkommen beim zweiten Teil meiner kleinen Reihe, in der ich den Nicht-Gatewatch-Planeswalkern eines MtG-Sets ein um sie herum gebautes Deck spendiere. Dieses Mal geht es um den Konsulatsinspektor Dovin Baan. Die grundlegenden Leitlinien dieser Decks findet ihr im ersten Teil zu Saheeli Rai.

Also, lasst uns ohne lange Umschweife das Deck ansehen! Die komplette Deckliste findet ihr auch auf Deckstats.net.

Planeswalker (1)

1x Dovin Baan (M)

Kreaturen (14)

2x Mechanikerin des Aviariums (C)

2x Patrouille der neunten Brücke (C)

2x Äthertheoretiker (C)

2x Fliegender Ersthelfer (U)

2x Janjeet-Wachposten (U)

2x Filigraner Vertrauter (U)

1x Äthersturm-Roc (R)

1x Wolken-Wegbereiterin (U)

Hexereien (2)

2x Fragmentieren (C)

Spontanzauber (14)

4x Ausgewählt zur Inspektion (C)

2x Zeremoniöse Ablehnung (U)

2x Druckpunkt (C)

2x Schuss des Himmelswalfängers (U)

1x Äther-Passat (C)

2x Verschwindetrick (U)

1x Nicht bestandene Inspektion (C)

Artefakte (1)

1x Blockierende Falle (R)

Verzauberungen (5)

2x Autorität der Konsuln (R)

2x Ätherkollaps (U)

1x Fehlfunktion (C)

Länder (23)

4x Mäanderstrom (C)

10x Ebene (C)

9x Insel (C)

 

Auch hier freue ich mich natürlich sehr über Rückmeldungen und Spielerfahrungen. Also lasst mir gerne einen Kommentar da.

Custom Planeswalker-Deck in Kaladesh: Saheeli Rai

magic-kaladesh-saheeli-logoDieser Beitrag soll zum ersten Mal auf diesem Blog mein nach jahrelanger Pause jüngst wieder aufgeflammtes Hobby behandeln … das Sammelkartenspiel Magic: the Gathering.

Das phantastische aktuelle Set Kaladesh hat mit seinem orientalisch angehauchten, ätherpunkigen Setting wohl nicht unerheblich zu meiner Rückkehr beigetragen. Im Zuge dieses Sets wurden auch die früher erhältlichen vorgefertigten Decks, sogenannte „Intro-Decks“ durch „Planeswalker-Decks“ ersetzt. Dabei handelt es sich ebenfalls um vorgefertigte Decks, diese tragen jedoch der aktuellen Bedeutung des Kartentyps Planeswalker im modernen Magic-Spiel Rechnung und sind daher jeweils um einen solchen herum aufgebaut. Dafür wurden jedoch eigens designte Karten gewählt, die regulär für Kaladesh gedruckten Planeswalker haben kein eigenes, passendes Planeswalker-Deck erhalten.

Diesen Umstand möchte ich hiermit ändern. Ich habe selbst ein Deck zusammengestellt, das sich um einen der Kaladesh-Planeswalker dreht, nämlich um die brillante Erfinderin Saheeli Rai. Dabei folgt das Deck vom Aufbau her dem Muster der üblichen, bereits existierenden Planeswalker-Decks: 60 Karten, davon 40 Commons, 15 Uncommons, 4 Rares, 1 Mythic-Rare (die Planeswalkerin selbst), alle aus dem Kaladesh-Set. Zu beachten ist hierbei, dass der Hochlandsee dieses Schema zu brechen scheint, was sowohl die Seltenheit als auch die Set-Zugehörigkeit angeht. Dieser wäre jedoch in einem Planeswalker-Deck vermutlich – ähnlich wie seine Kollegen Steinbruch und Waldlandstrom – neu gedruckt als Common enthalten.

Doch nun genug der Vorrede und Erläuterungen, schauen wir uns endlich das Deck an (das man auch auf Deckstats.net finden kann):

Planeswalker (1)

Kreaturen (22)

Hexereien (6)

Spontanzauber (2)

Artefakte (5)

Länder (24)

Ich hoffe, die kleine Deckvorstellung hat euch gefallen. Vielleicht hat sie ja sogar den einen oder anderen dazu animiert, das Deck nachzubauen und auszuprobieren? Wenn ja, lasst es mich gerne wissen; vor allem natürlich, wie es sich bei euch im Duell gegen die offiziellen Planeswalker-Decks geschlagen hat. Viel Spaß!

Truant translates Titansgrave … badly?

Fantasy Age LogoIm Netz kursiert seit gestern eine Leseprobe des von Truant Spiele auf Deutsch übersetzten FantasyAGE-Systems, das von Wil Wheatons Titansgrave-Runde her bekannt sein könnte.

Im Netz kursieren aber genauso sprachliche Analysen derselben, die der Übersetzung zahlreiche Mängel ankreiden. Diese lassen sich größtenteils den Rubriken „holprige, denglische Ausdrucksweise (Wenn du mit einem Charakter endest, den du uninteressant findest oder der dir zu spielen keinen Spaß bereitet, wird dein Vergnügen am Spiel leiden)“ sowie „problematische Begrifflichkeiten (novice als Novize statt Anfänger oder Neuling)“ zuordnen.

Leider muss ich sagen, dass ich den Eindruck mehrheitlich teile. Dabei tritt das WTF?-Gefühl beim Lesen, wenn man über gewisse Formulierungen stolpert, so gehäuft auf, dass es in einer doch ein Dutzend Seiten umfassenden Leseprobe kein Zufall und auch nicht einfach ein schlecht gewählter Ausschnitt sein kann (was bei einer explizit als Leseprobe herausgegebenen Passage sowieso keine sinnvolle Ausrede wäre).

Der komplette allererste Absatz, den man überhaupt zu lesen bekommt, ist so verbaut, dass man nicht gerade Lust bekommt, noch viel weiterzulesen. Oder, frei nach der Leseprobe: „Wenn du mit einem Absatz anfängst, den du uninteressant findest oder der dir zu lesen keinen Spaß bereitet, wird dein Vergnügen am Spiel leiden.“

Wenn das Teil wie angekündigt zur RPC in drei Wochen erscheinen soll, ist es vermutlich schon gedruckt und es lässt sich nichts mehr dran machen. Schade. Wie oben verlinkte Beurteilungen möchte aber auch ich versöhnlich schließen: Unbrauchbar ist die Übersetzung damit beileibe nicht – nur eben auch nicht besonders schön. Wenn einem die reine Mechanik des spaßigen und schnellen Systems also sowieso wichtiger ist als die Ausdrucksform, wird man vermutlich gut damit leben können.

Und hey, ziemlich klug war es immerhin mal, in die Leseprobe direkt den Charakterbogen zu integrieren. Dafür auf jeden Fall einen facebookblauen Daumen nach oben.

Magie & Fortschritt

Alchemist Sendivogius (by Jan Matejko)Der kongeniale Blog Weltenbau Wissen hat eben einen seiner älteren Artikel (von Anfang des Jahres) erneut auf Twitter gepostet: Sechs Konsequenzen funktionierender Magie. Ein sehr lesenswerter und kluger Beitrag – so lesenswert, dass ich ihn auch gleich nochmal gelesen habe. Dabei kam mir jedoch ein Gedankengang in Form eines Widerspruchs zur dort aufgestellten These, den ich nun kurz darlegen möchte, obwohl er sicher nicht bis ins kleinste Detail ausgearbeitet ist. Für Kritik (oder Zustimmung) eurerseits steht wie immer die Kommentarspalte zur Verfügung. Meine Gegenfrage zum ursprünglichen Beitrag lautet also:

Muss die Existenz von Magie in einer Fantasywelt zwingend dazu führen, dass technologische Entwicklung im Vergleich zum irdischen Vorbild rasend schnell vonstatten geht?

Nicht unbedingt, wenn sich die geistige Entwicklung der Kulturen jener magischen Welt hinsichtlich des Möglichen nicht nach der Magie richtet, also nicht mit ihr und den Möglichkeiten, die sie theoretisch eröffnen könnte, mithalten kann.

Ja, womöglich läuft es mit der Erkenntnis sogar umgekehrt: Mit Magie sind nur Sachen machbar, die eben auch anderswie bereits denkbar sind. Es ist ja schön, wenn sich mittels Zauberei Flammen von solcher Hitze erschaffen lassen, wie sie sonst nur Hochöfen erreichen – aber bevor man keine profane Idee hat, was man mit einem Hochofen anfangen wollen könnte, nutzt das auch nicht sonderlich viel.

Magie ist also kein Innovationsbooster. Was sie jedoch tut, ist Hürden zu senken. Ist man erst einmal auf eine Idee gekommen, kann man sie mittels Magie leicht testen – wenn ein Zauberkundiger mit entsprechenden Kenntnissen verfügbar und bezahlbar ist – und auf den Stand eines Prototypen bringen. Doch damit ist diese Neuerung noch lange nicht im ‚Mainstream‘ angekommen. Kurzfristig mögen die Wege der Zauberei für die Umsetzung der fixen Idee sehr effektiv gewesen sein: Wettermagie für höhere landwirtschaftliche Erträge, Schmelz- und Schmiedeöfen betreibende Feuerelementare, Teleportation von Briefen zur quasi Echtzeit-Kommunikation, usw. – doch ist dies kaum effizient genug für die alltägliche Nutzung und wird sich somit in den seltensten Fällen allgemein durchsetzen.

Somit kann Magie kurzfristig durchaus überaus hilfreich sein – etwa zur Abwendung einer drohenden Hungersnot, zum Herstellen einer phänomenalen Waffe für einen strahlenden Heroen oder zum Austausch von hochbrisanten Informationen zwischen bedeutenden Persönlichkeiten – für mittel- oder gar langfristigen Nutzen auf breiter Basis braucht es vermutlich aber dennoch einen größtenteils profanen Lösungsweg.

Ob Magie tatsächlich einen so großen Einfluss auf den Fortschritt einer Fantasywelt hat, hängt somit an der Frage, wie man das „Technologieniveau“ (um mal bei Rollenspielbegrifflichkeiten zu bleiben) einer Gesellschaft bestimmt. Macht man jenes an den Möglichkeiten einer – wenn ja: wie kleinen? – Elite fest oder liegt es doch vielmehr am Zugriff (eines Großteils) der Gesamtbevölkerung bzw. der „breiten Mitte“? Hierzu haben Wirtschaftshistoriker sicher eine zahlreiche Meinungen.