Steady Progress: Atraxa Strixhaven (+C21)

Erneut ein herzliches Willkommen zu Steady Progress, der Upgrade-Reihe, in der wir kontinuierlich mit Karten aus den neuesten Sets eure Commander-Decks perfektionieren! In diesem Teil stelle ich passende Karten aus Strixhaven und Commander 2021 für euer Deck unter der Leitung von Atraxa, Praetor’s Voice (nach jahrelang unangefochtenem Spitzenplatz aktuell immerhin noch Platz 2 der beliebtesten non-partner Commander laut EDHRec) vor.

Atraxa ist dabei bekannt dafür, durchaus vielseitig zu sein. Neben berüchtigten „Superfriends“- oder Infect-Varianten mit zahlreichen Planeswalkern respektive Giftmarken sowie dem meist etwas näher am vorgefertigten Deck orientierten +1/+1-Marken-Thema gibt es auch artefaktzentrierte Bauarten mit Ladungsmarken, Experimente mit Energie und noch diversen weiteren, nischigeren Kram. Es scheint zu gelten: Wenn man irgendeine Art von Marken irgendwo drauflegen kann, ist Atraxa vermutlich irgendwie ganz gut dafür. Schauen wir uns also an, was Strixhaven in dieser Hinsicht für uns bereithält.

Fraktal Tribal (?)

Lasst uns zunächst über das Offensichtlichste sprechen: Es gibt Fraktale in Strixhaven. Viele Fraktale. Überall sind Fraktale. Fraktale sind regeltechnisch Spielsteinkreaturen, die mit Basis-Stärke und -Widerstandskraft 0/0 ins Spiel kommen und dann sogleich eine bestimmte Anzahl von +1/+1-Marken erhalten (mehr dazu erfahrt ihr in der Steady Progress-Ausgabe zu Zaxara: » klick). Ich könnte hier nun also sämtliche Karten, die Fraktale erzeugen, auflisten, aber erstens geht das mit Scryfall leichter und zweitens erscheint mir der Großteil der fraktalbezogenen Karten als zu schwächlich für Commander. Wenn Fraktale aber nun genau euer Ding sind und ihr unbedingt Fraktal Tribal in Commander halbwegs brauchbar umsetzen wollt … sind wahrscheinlich Adrix & Nev immer noch die besseren Commander dafür. Soll es aber trotzdem auf jeden Fall Atraxa sein (was sich etwa wegen solcher Karten wie Cathars‘ Crusade dennoch lohnen könnte), sei an dieser Stelle der Biomathematician als Platzhalter für ähnliche Fraktalgeneratoren genannt.

Eventuell mag hier eine gewisse eher ablehnende Grundhaltung gegenüber den Fraktalen ein wenig durch die Blume hindurchscheinen. Es ist jedoch nicht alles schlecht in Quandrix. Eine absolute Ausnahme für das oben Gesagte ist nämlich die Paradox Zone. Sie ist gewissermaßen ein Fraktalfließband aus der Konserve und gerade mit Atraxa läuft sie wie eine gut geölte Maschine: Die Trigger zu Beginn des Endsegments so stapeln, dass Atraxa zuerst wuchert (proliferate), sodass schon direkt zwei Marken auf der Zone liegen, wenn ihr Effekt diese sogleich verdoppelt und einen ebenso großen Fraktal erstellt. So erhaltet ihr in jedem eurer Zugenden ein neues, immer größeres Fraktal, während Atraxa die alten ebenso noch ein wenig mitwachsen lässt – eine Kombination, die man so nicht lange ignorieren darf, ehe sie zu einer ernsthaften Siegoption wird.

Dasselbe kann man leider nicht über den Geometric Nexus sagen, auch wenn er vielleicht auf den ersten Blick ähnliches zu tun scheint. Doch seine Art von wiederholbarem Effekt, Fraktale zu generieren, ist einerseits abhängig von den Taten der Mitspielenden (Atraxa-Decks selbst spielen für gewöhnlich nicht sonderlich viele Spontanzauber und Hexereien) und verlangt andererseits nach einem nicht eben geringen Aufwand an Mana für die Aktivierung, während Paradox Zone dies brav kostenlos erledigt. Auch das Zurücksetzen der Marken für jedes Fraktal, das generiert werden soll, ist nicht eben in Atraxas Sinne.

Superfriends

Natürlich ist die neue Liliana Onyx eine heiße Kandidatin für jedes Deck, das sich um Planeswalker dreht, aber die wirkliche Stargästin hier dürfte Kasmina, Enigma Sage sein. Vor allem für die etwas niedlichere Budget-Variante eines Atraxa Superfriends-Decks, in dem größtenteils die uncommon Planeswalker aus Krieg der Funken gespielt werden, die alle eigentlich nur Loyalitäts-Minusfähigkeiten haben, könnte sie – neben Atraxa selbstverständlich – ein netter Trick sein, um die Planeswalker eben doch hochstufen zu können. Und in jedem ambitionierten Fraktal-Tribal-Deck, das etwas auf sich hält, darf sie natürlich auch nicht fehlen.

Immer die „Plus Eins“ mitzählen

Doch glücklicherweise gibt es auch abseits der Fraktale für die beliebte Plusmarken-Strategie einige interessante neue Karten. Tenured Inkcaster reiht sich ein in eine nun schon recht lange Liste an Kreaturen (wie z.B. Pridemalkin oder Basri’s Lieutenant), die allen Kreaturen mit Plusmarken gewisse Fähigkeiten verleihen. Wenn dieser „Lifedrain“-Effekt das ist, was eurem Deck hilft (vielleicht, weil ihr auch Dinge wie Archangel of Thune spielt), ist das eure Karte.

Da ein Spielfeld voll mit Kreaturen, die sich gegenseitig diverse Fähigkeiten zuschustern, komischerweise wie ein Magnet auf Massremoval wirkt, ist ein gewisser Schutz davor beinahe unerlässlich. Ein wenig wie just bereits kurz erwähnter Basri’s Lieutenant auf Steroiden wirkt Felisa, Fang of Silverquill. Sie reagiert zwar nur bei sterbenden Nicht-Spielstein-Kreaturen, aber diese ersetzt sie dafür umso zahlreicher. Sie dient damit als veritable Rückversicherung gegen Boardwipes.

Wenn man vom Teufel Drachen spricht: Die stärkste Einzelkarte hiervon ist vermutlich Shadrix Silverquill höchstselbst. Auf einem ansonsten leeren Feld zieht er euch Karten oder erstellt euch weitere fliegende Markenhalter, bei vollem Feld legt er auf jede eurer Kreaturen eine Plusmarke – was alles ist, was man braucht, das Weitere regelt dann Atraxa. Gerade, wenn ihr viele Kreaturen spielt, die selbst nicht unbedingt mit Plusmarken das Spielfeld betreten (etwa die Fähigkeiten-spendenden Kreaturen wie z.B. Felisa), sind solche Möglichkeiten nicht zu unterschätzen.

Sogar doppelt gut sollte daher Shaile // Embrose in dieser Art Deck funktionieren. Einerseits (im wahrsten Sinne des Wortes) hat man hier nämlich eine weitere Möglichkeit, allen eigenen Kreaturen eine Plusmarke – im Zweifel die erste – zu verpassen, andererseits hat man damit ebenso einen ordentlichen Boardwipe-Schutz, indem sich jede verlorene Markenkreatur als frische Handkarte selbst ersetzt.

Eine andere Art von Boardwipe-Schutz ist Semester’s End. Es gibt zwar bereits ähnliche Effekte, die alle eigenen Kreaturen vorübergehend ins Exil schicken und dann zurückkehren lassen können. Der Vorteil von diesem hier ist dabei jedoch, dass die Kreaturen mit einer (gegebenenfalls zusätzlichen) Marke wiederkommen, also entsprechender Aufwand, der vielleicht schon hineingeflossen ist, die eigenen Kreaturen mit Marken zu versehen, durch das „Flickern“ nicht wieder komplett zunichte gemacht wird. Ob der dafür zu entrichtende Aufwand von vier Mana dies wert ist, ist eine andere Frage, die ihr für euch selbst beantworten müsst (weil die richtige Antwort darauf sowohl von persönlichen Präferenzen als auch dem Deckbau sowie dem allgemeine Powerlevel der eigenen Runde abhängt).

Von Off-Brand bis No-Name – nischige Marken

Außer +1/+1, Loyalität (und Gift) gibt es auch noch andere Marken, mit denen Atraxa wunderbar interagieren kann. Da wären etwa die bereits angesprochenen Ladungsmarken, für die wir in Strixhaven bzw. Commander 2021 jedoch nur zwei neue Bewerber finden. Eine davon ist der bereits abgehandelte Geometric Nexus. Meh. Wesentlich interessanter hingegen ist die andere Ladungs-Karte: Elementalist’s Palette. Diese habe ich schon zur Genüge im Kontext zu Zaxara gelobt, für Atraxa ist sie aber nur dann relevant, wenn man sich auch mit ihr auf Kreaturen mit X in den Kosten wie Mikaeus the Lunarch, Hangarback Walker oder Hydroid Krasis spezialisiert hat. Die Elementalist’s Palette kann sich für dieses Deck somit bei den anderen Ladungsmarken-basierten Mana-Artefakten wie Astral Cornucopia oder Empowered Autogenerator einreihen, die dann eigentlich nur dazu da sind, riesige Kreaturen mit vielen Plusmarken zu wirken. Doch für wirklich Ladungsmarken-zentrierte Decks ist dieses Artefakt tatsächlich weniger geeignet.

Wer auf den ersten Blick auch für Plusmarken-Deck gemacht zu sein scheint, ist Star Pupil – kommt mit einer Marke, man kann sie wuchern lassen, er erhält zusätzliche Fähigkeiten durch Synergien, alles wie gehabt. Aber es steckt mehr in ihm, als nur der weiße Bruder von Servant of the Scale zu sein, überträgt er doch nach seinem Tod alle Arten von Marken auf eine*n Kommiliton*in. Arbeitet man also in seiner Atraxa-Version mit den Fähigkeiten-Marken, die es seit Ikoria gibt, kann er auch diese weiterreichen. Er fungiert somit als eine Art Mini-Ozolith, auf dem ihr Marken zwischenlagern könnt, die später dann eigentlich woanders hin sollen.

Ganz egal, um welche Art von Marken es in eurem Atraxa-Deck geht: Echoing Equation (die Rückseite von Augmenter Pugilist) ist für jede davon geeignet – solange ihr immer noch genug Kreaturen spielt. Mit Atraxa im Spiel wuchert ihr nun in eurem Endsegment X mal, wobei X gleich der Anzahl eurer Kreaturen ist. Solange all das, was gerade vielfach angewachsen ist, eine Runde überlebt, sollten eure Gewinnchancen nun nicht schlecht stehen. Doch Vorsicht! Eine solche „Win More“-Karte in Kombination mit der Runde, die unbeschadet überstanden werden muss, zeichnet für gewöhnlich eine recht große Zielscheibe auf eure Stirn. Der Pugilist selbst ist im Notfall mit einigen Plusmarken auf ihm auch nicht zu unterschätzen.

Lasst Atraxa wachsen

Eine Siegoption, die immer offen steht, ist Atraxa selbst außer Kontrolle wuchern zu lassen und im Voltron-Stil die Gegner*innen mit Commanderschaden zu eliminieren. Auch hierfür gibt es in Strixhaven einige nützliche Werkzeuge.

Den Anfang macht hier Closing Statement, ein eigentlich nur mittelmäßiges Removal, das jedoch durch die trickreiche Interaktion mit Atraxa interessant zu spielen sein könnte. Im eigenen Endsegment, mit dem Proliferate-Trigger auf dem Effektstapel, setzt man sein Statement und legt die Marke auf Atraxa, bevor dann tatsächlich gewuchert wird. Genial!

Wesentlich flexibler einsetzbar ist das Quandrix Command, auf dessen Modus, einfach zwei Plusmarken auf Atraxa zu legen, im Zweifel fast immer zurückgegriffen werden kann.

Dank der Lebensverknüpfung unserer Kommandeurin ist auch der Mortality Spear eine brauchbare Removal-Option. Haben wir außerdem Kreaturen wie den Spike Feeder im Deck, existieren also weitere Möglichkeiten, verlässlich Lebenspunkte zu erhalten, wird der Spruch nur umso besser.

À propos Lebenspunkte dazuerhalten: Auch ein neuer Manaelf arbeitet ziemlich gut mit der Lebensverknüpfung auf Atraxa zusammen und skaliert auch gleichzeitig mit ihr mit, wenn sie Plusmarken erhält. Nach erfolgreichem Atraxa-Angriff (oder Block) erzeugt der Accomplished Alchemist somit mindestens vier farbiges Mana. Da er selbst vier Mana kostet, ist er jedoch nicht dazu geeignet, früh zu rampen, um eventuell auch Atraxa schneller ausspielen zu können, sondern vielmehr eine Möglichkeit, danach größere Mengen an Mana für machtvolle Effekte zu generieren. Er eignet sich somit wohl am ehesten für ähnliche Decks, in die auch die Manasteine mit Ladungsmarken gehören.

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Ezzaroot Channeler: Kostet selbst viel, verbilligt dann jedoch alle anderen Kreaturen, wenn Atraxa wieder Leben verknüpft hat. Auch hier gilt, dass nur in sehr speziellen Bauweisen von Atraxa-Decks eine solche Karte ihr volles Potenzial entfalten dürfte.

Nun bleibt mir nur noch, zu hoffen, dass in dieser Aufzählung auch etwas für euch dabei war. Und, wie viele dieser Karten werden in euer Atraxa-Deck wuchern? Habe ich womöglich sogar Karten übersehen, die ihr auf jeden Fall einbauen wollen würdet? Lasst es mich in den Kommentaren wissen! Auch für Lob bin ich natürlich immer zu haben, das geht nämlich runter wie (glitzerndes) Öl.

Ich wünsche euch noch einen perfekten Tag!

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