Ein Smartphone für meine Mutter

BillighandyNein, ich will nicht tauschen. Und nein, dies ist auch kein exzessives Product Placement, auch wenn es sich gerade gegen Ende womöglich etwas so lesen mag. Ich hatte bloß die zweifelhafte Ehre, meiner Mutter ein neues Handy zu besorgen und sie somit endlich auch technologisch im Jahr 2015 ankommen zu lassen. An dieser Erfahrung möchte ich euch teilhaben lassen, da es – Achtung, Spoiler – nicht direkt ein iPhone wurde. Ganz im Gegenteil ging es darum, für möglichst wenig Geld möglichst viel Handy zu bekommen, das Preis-Leistungs-Verhältnis war hier also der ausschlaggebende Punkt. Und vielleicht steht der eine oder andere von euch ja demnächst vor einer ähnlichen Aufgabe – entweder für sich selbst oder ebenfalls für einen Verwandten oder Bekannten. Und wenn ich da ein wenig helfen kann, indem ich euch mit der Nase auch mal auf die etwas unbekannteren Namen stupse, wäre es mir eine Freude.

Aber beginnen wir am Anfang … *schweres Buch aufschlag*

Meine Mutter ist nicht gerade eine technikaffine Frau. Sie ist eher die Art Mama, die nachts ins Kinderzimmer kam, wenn man zu lange gezockt hatte, um den Computer auszumachen – und wenn sie weg war, schaltete man eben den Monitor wieder an und daddelte weiter. Ihr Mobilfunkanbieter ist ein glücklicher Verein, denn sie ordert selten das vertraglich zugesicherte Neugerät bei Vertragsverlängerung – und falls sie doch einmal eins zugeschickt bekommt, liegt das so lange ungenutzt rum, bis es hoffnungslos veraltet ist. Sagen wir es so: Upgrades waren bisher nicht wirklich ihr Ding.

Da aber irgendwann selbst der unermüdlichste Akku mit Baujahr in den frühen 2000ern schlapp macht, lieh sie sich zunächst ein eigentlich auch schon pensioniertes Smartphone der vorletzten Generation (ein Huawei Ascend Y200) – auf dem ich aber wegen Kompatibilitätsproblemen nicht einmal WhatsApp zum Laufen brachte, das in ihrem Verwandten-, Kollegen- und Freundeskreis zunehmend Verbreitung findet. Alle in ihrem Umfeld befanden außerdem, dass wenn sie sich schon umstellen müsse, sie sich nicht noch an ein Übergangsgerät gewöhnen, sondern gleich ein aktuelles Handy anschaffen solle. Auch dagegen sträubte sie sich ein wenig, doch der Zufall half nach und ließ auch das Ersatzteil defekt werden – durch einen unsanften Aufprall auf dem Boden mit daraus resultierender Displayzersplitterung. Nicht einmal ein schönes Spinnennetz hat es zustande gebracht, einfach nur drei Risse. Unspektakulär bis in den Tod.

Ich ernannte mich spontan selbst zum Handybesorgungsbeauftragten (immerhin besitze ich schon seit ungefähr Frühsommer dieses Jahres ein Smartphone und keinen uralten Nokia-Baustein mehr! voll der Experte, yo!) und machte mich auf die Suche. Günstig sollte es vor allem sein, damit wenn sie schon umsteigen muss, dies nicht auch noch übermäßig im Portemonnaie schmerzt. Ich machte es mir jedoch zur persönlichen Challenge, dafür das Bestmögliche rauszuholen – immerhin wird sie das Teil wohl sehr lange behalten … Zukunftssicherheit (was auch immer das bei schnelllebiger Technologie wie Smartphones heißen soll – das oben als Rentner gemobbte Gerät ist von 2012) wäre damit also auch ein erstrebenswerter Faktor.

Die Recherche, die mit der harmlosen Google-Suchanfrage „billighandy“ begann und mit dem Betrachten so mancher Unboxing- und Review-Videos auf Youtube endete, ließ mich solch exotische Tierchen wie das Xiaomi Redmi 2, das Doogie DG310, das Honor Holly oder das Landvo L200S entdecken, zwischenzeitlich bevorzugen und dann doch wieder aus dem Streichelzoo werfen. Geradezu grausam.

Irgendwann hatte ich den Kreis der potenziellen Kandidaten aber doch auf folgende beide Modelle eingegrenzt, konnte mich aber zunächst nicht wirklich entscheiden:

Geworden ist es letztendlich das LG Spirit, das ich bis dato noch gar nicht auf dem Schirm hatte und dann ein ziemlicher Spontankauf war. Ich habe mich in Anbetracht dessen, dass es für meine Mutter ist, für die sichere Bank entschieden – LG kennt man als Marke (hierzulande) doch schon eher als Cubot oder Xiaomi – und die Testberichte haben mich ebenfalls überzeugt. Wäre das Handy für mich gewesen, wäre es aber wohl der „Langbogen“ geworden – und nicht nur aus dem für rollenspielende Nerds offensichtlichen Grund.

Hier angekommen, richtete ich das Gerät ein und konnte es derweil ein wenig begutachten – und ich bin durchaus zufrieden: Es sieht hübsch aus, sowohl vom Design als auch vom Display her, es läuft flüssig und es klingt gut (sogar die mitgelieferten Kopfhörer sind ok).

Als erste Amtshandlung danach installierte ich WhatsApp. Es folgte ein ausführlicher Einführungskurs in die Bedienung. Dann besann ich mich auf die alten Tage, an denen ich als Knirps meinen Gameboy nicht finden konnte, weil meine Mutter ihn zum Tetris-Spielen geborgt hatte, und lud ihr auch das herunter. Beschwerden meines Vaters zufolge war das eine eher semigute Idee … sagen wir, ihr gefällt das Spiel immer noch. Und die ersten Nachrichten bei WhatsApp hat sie mir auch schon geschickt.

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3 responses to “Ein Smartphone für meine Mutter

  • Curima

    Meine Mutter hat sich damals schlicht das Smartphone gekauft, das ich und meine Schwester haben – weil wir da beide wissen, wie das Ding funktioniert und ihr helfen können, wenn mal was nicht geht. (Damals war das Modell dann auch schon 3 Jahre alt und dementsprechend günstiger). Mein Vater zog dann nach und nun sind wir eine glückliche kleine Familie von Galaxy S3-Nutzern 😀 . Wir haben nun sogar eine eigene WhatsApp-Familiengruppe, die auch rege genutzt wird. Hätte ich vor nem Jahr auch noch nicht gedacht.
    Das LG sieht aber auch nicht schlecht aus – und ist nochmal ne Ecke günstiger.

  • Meisterperson

    Richtig interessant scheint mir auch noch das Leagoo Elite 5 zu sein, das hab ich aber zu spät erst entdeckt.

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